
Feiern & Familienfeste
Kurz zusammengefasst
- Ein Familienfest mit vollem Buffet klingt mit Schwangerschaftsdiabetes erst einmal stressig. Mit Vorbereitung lässt sich der Tag trotzdem genießen.
- Iss vorher etwas, statt hungrig zum Fest zu gehen.
- Eine kleine Portion von allem ist oft verträglicher als kompletter Verzicht.
- Kuchen und Süßes kombinierst du am besten mit Eiweiß und isst sie nicht auf leeren Magen.
- Gut gemeinte Kommentare darfst du freundlich abkürzen. Alkohol ist in der Schwangerschaft tabu.
- Wie messe ich bei einem Fest sinnvoll?
- Was kann ich vorher essen?
- Was mache ich, wenn mein Wert nach dem Fest hoch ist?
Geburtstage, Hochzeiten, Weihnachten: Gemeinsames Essen gehört zu fast jedem Fest. Mit Schwangerschaftsdiabetes musst du trotzdem nicht zuhause bleiben oder dich ausgeschlossen fühlen.
Vor dem Fest normal essen
Geh nicht hungrig zum Fest. Wenn du vorher normal frühstückst oder zu Mittag isst, verhindert das spätere Heißhunger-Entscheidungen am Buffet. Wer satt ankommt, trifft entspanntere Entscheidungen, was und wie viel auf den Teller kommt. Halte deine Zwischenmahlzeiten ein, auch wenn der Tag anders läuft als sonst.
Kleine Portion von allem statt Verzicht
Eine kleine Portion von fast allem ist meist verträglicher als der komplette Verzicht auf Kuchen und Co. Totaler Verzicht führt bei vielen eher dazu, später doch mehr zu essen, als eigentlich geplant war. Fang mit Gemüse, Salat und Eiweiß an, dann kommen die Beilagen und das Süße. Kohlenhydrate und Süßes werden am besten nicht allein gegessen, sondern mit Eiweiß oder Fett kombiniert.
Quelle (Ernährung unterwegs): diabetologie-online, „Schwerpunkt Ernährung: Essen und Trinken bei Gestationsdiabetes", https://www.diabetologie-online.de/a/schwerpunkt-ernaehrung-essen-und-trinken-bei-gestationsdiabetes-2525589; gesundheit.gv.at, „Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)", https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/diabetes/schwangerschaftsdiabetes.html
Der Kuchen und das Dessert
Ein Stück Kuchen ist nach einer Mahlzeit meist verträglicher als allein am Nachmittag. Probiere, ob dir ein halbes Stück oder ein Stück zum Teilen reicht. Ein Spaziergang nach dem Essen hilft zusätzlich. Wenn es einmal mehr war, als du dir vorgenommen hast: Das ist kein Drama. Notiere es und schau auf deine Werte.
Getränke
Gesüßte Getränke und Säfte lassen den Blutzucker schnell steigen. Wasser, Schorle oder ungesüßter Tee sind unkomplizierter. Alkohol ist in der Schwangerschaft ganz tabu, auch bei Anlässen. Du darfst einfach sagen, dass du lieber Wasser möchtest. Viele Gäste fragen gar nicht nach.
Mit gut gemeinten Kommentaren umgehen
Gut gemeinte Kommentare aus der Familie darfst du freundlich, aber bestimmt abkürzen. Ein kurzer Satz reicht meist: „Danke, ich komme gut klar.“ Du musst niemandem am Buffet erklären, warum dein Teller so aussieht, wie er aussieht. Wenn es dir hilft, sprich vorher mit der Gastgeber:in oder einer Vertrauensperson, die dich unterstützt.
Den Tag mit Struktur planen
Bei langen Feiern verschieben sich Essenszeiten oft nach hinten. Plane deshalb deine Zwischenmahlzeiten fest ein, zum Beispiel mit einem kleinen Snack in der Tasche. Bei einer Hochzeit oder einem großen Fest kann es sinnvoll sein, nicht nur beim Essen zu bleiben, sondern zwischendurch kurz an die frische Luft zu gehen. Bewegung hilft dem Blutzucker und tut auch dir gut, wenn es laut und voll wird.
Messen und Spritzen auf dem Fest
Du darfst auch auf einer Feier messen und, falls nötig, spritzen. Such dir eine ruhige Ecke, wenn du das möchtest, oder mach es einfach am Tisch. Sprich vorab mit deiner Praxis über deinen Plan für Festtage.
Wenn es einmal mehr war
Ein Festtag mit höherem Wert ist keine Katastrophe. Beim nächsten Messen geht es weiter wie gewohnt. Wichtig ist, dass du nicht den ganzen nächsten Tag mit schlechtem Gewissen verbringst. Dein Körper kann einzelne Ausreißer gut verkraften und die Gesamtlage zählt.
Nach dem Fest
Am Tag nach der Feier musst du nichts kompensieren. Iss wie gewohnt, bewege dich ein wenig und messe nach Plan. Verzichten oder hungern bringt dir nichts und ist für dein Baby nicht gut. Dein Körper kommt mit einem Ausnahmetag meist gut zurecht.
Wenn du selbst Gastgeber:in bist
Wenn du selbst einlädst, kannst du das Buffet so planen, dass du dich wohlfühlst: Gemüsesticks mit Dip, Salate, Eiweißhaltiges und ein Kuchen, der auch bei Schwangerschaftsdiabetes gut klappt. Das nimmt dir den Druck und kommt bei den anderen meistens gut an.
Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.