
Restaurantbesuch ohne Stress
Kurz zusammengefasst
- Ein Blick in die Online-Speisekarte vorab nimmt dem Restaurantbesuch den Überraschungsmoment.
- Beilagen tauschen ist fast überall möglich: Salat oder Gemüse statt Pommes oder Reis.
- Eiweiß und Gemüse sättigen und bremsen den Blutzuckeranstieg. Kohlenhydrate kombinierst du am besten mit beidem.
- Ein Spaziergang danach kann helfen, ist aber keine Pflicht.
- Du darfst im Restaurant messen und spritzen. Du musst dich nicht verstecken.
- Wie finde ich im Restaurant Gerichte, die für mich passen?
- Worauf achte ich bei Beilagen?
- Wie messe ich nach dem Essen unterwegs?
Essen gehen gehört für viele Frauen zum Alltag. Mit Schwangerschaftsdiabetes kommt oft die Sorge dazu, am Tisch improvisieren zu müssen. Mit etwas Vorbereitung wird daraus wieder ein entspannter Abend.
Vorab in die Speisekarte schauen
Die meisten Restaurants zeigen ihre Karte online. Wenn du vorher hineinschaust, nimmt das den Überraschungsmoment raus. Du kannst in Ruhe überlegen, was du bestellen möchtest, statt am Tisch spontan zu entscheiden. Gerichte, bei denen Eiweiß und Gemüse im Mittelpunkt stehen, sind meist eine gute Wahl. Dazu zählen Fisch, Fleisch oder Ei mit Gemüse, Salate mit Hähnchen oder Käse oder Suppen mit Einlage.
Beilagen tauschen ist fast überall möglich
Salat statt Pommes, doppelte Portion Gemüse statt Reis: Das ist fast überall möglich. Ein kurzer Hinweis beim Bestellen reicht meistens, viele Restaurants sind das gewohnt. Wenn du Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis oder Brot isst, kombiniere sie mit Eiweiß oder Fett, zum Beispiel mit Fleisch, Fisch, Käse oder Olivenöl. So steigt der Blutzucker langsamer an. Vollkornvarianten halten länger satt.
Der Nachtisch
Ein Dessert ist nicht verboten. Es hängt von deinen Werten ab, wie viel für dich passt. Viele Frauen kommen mit einer kleinen Portion gut zurecht, vor allem nach einer Mahlzeit mit Eiweiß und Gemüse. Eine beliebte Alternative ist Quark oder Joghurt mit Beeren. Teile ein Dessert auch gern mit jemandem.
Quelle (Ernährung unterwegs): diabetologie-online, „Schwerpunkt Ernährung: Essen und Trinken bei Gestationsdiabetes", https://www.diabetologie-online.de/a/schwerpunkt-ernaehrung-essen-und-trinken-bei-gestationsdiabetes-2525589; gesundheit.gv.at, „Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)", https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/diabetes/schwangerschaftsdiabetes.html
Spaziergang danach, aber kein Muss
Ein Spaziergang nach dem Essen hilft vielen Frauen, weil sich dein Blutzucker nach dem Essen dadurch besser abfedern lässt. Er ist aber kein Muss. Probier aus, was für dich funktioniert und mach dir keinen Druck, wenn ein Spaziergang gerade nicht passt.
Messen und Spritzen am Tisch
Du darfst im Restaurant messen und, falls nötig, spritzen. Das ist völlig normal. Wenn du magst, kannst du dich kurz zurückziehen, du musst es aber nicht. Plane die Messung ein, zum Beispiel vor dem Essen, falls du dein Insulin danach ausrichtest.
Bestellen ohne Rechtfertigung
Du darfst bei der Bestellung freundlich Wünsche äußern: weniger Beilage, Gemüse statt Pommes, Soße extra. Das gehört zum normalen Restaurantalltag. Wenn du mit anderen unterwegs bist, hilft es, vorher kurz abzusprechen, dass du dir etwas mehr Zeit nimmst. Wer dich gern hat, wartet gern.
Wenn ein Gericht doch anders ist als gedacht
Manchmal landet etwas auf dem Tisch, das mehr Kohlenhydrate hat als erwartet. Dann kannst du einen Teil stehen lassen, teilen oder dir einpacken lassen. Auch ein kurzer Spaziergang nach dem Essen hilft. Du musst nichts aufessen, nur weil es auf dem Teller liegt.
Der Abend darf schön sein
Ein Restaurantbesuch soll auch eine schöne Zeit für dich sein. Wenn du dich auf das Gespräch konzentrierst, wird das Essen Nebensache. Die Zahl auf dem Messgerät schaust du später an. Heute zählt der Abend mit deinen Freund:innen oder der Familie.
Buffet und All-you-can-eat
Am Buffet fällt die Auswahl schwer. Hier hilft eine einfache Reihenfolge: erst Gemüse und Salat, dann Eiweiß, dann eine kleine Portion Beilage. Gönne dir eine zweite Runde erst nach einer Pause. So spürst du, wann du satt bist.
Fremde Küchen
Bei italienischer, asiatischer oder orientalischer Küche sind Beilagen wie Reis, Nudeln oder Fladenbrot oft üppig. Frage nach halber Portion oder bestelle Gemüse- und Eiweißgerichte. Teilen am Tisch funktioniert in vielen Küchen gut und bringt dir Abwechslung.
Wenn Getränke zählen
Gesüßte Getränke und Säfte lassen den Blutzucker schnell steigen. Wasser, ungesüßter Tee oder Schorle mit viel Wasser sind meist die einfachere Wahl. Alkohol ist in der Schwangerschaft ganz tabu.
Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.