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Hand hält die Füße eines Babys (Schwarz-Weiß-Foto)
Psyche & Motivation

Umgang mit Ängsten

5 Min. Lesezeit
Kurz zusammengefasst
  • Angst um das Baby, vor der Geburt oder davor, etwas falsch zu machen: Viele Frauen kennen diese Sorgen.
  • Ängste verändern sich mit der Schwangerschaftswoche. Früh geht es oft um die Diagnose, später um die Geburt.
  • Es hilft, die Angst konkret zu benennen und sie anzusprechen.
  • Starke Anspannung kann den Blutzucker beeinflussen. Das ist ein Grund für Ruhe, nicht für noch mehr Druck.
  • Hilfe gibt es von Hebamme, Praxis und Beratungsstellen.
Wenn du magst, kannst du ansprechen
  • Welche Sorge dich am meisten beschäftigt
  • Wie dich deine Hebamme bei der Geburtsvorbereitung unterstützen kann

Zwischen Messen, Terminen und Mahlzeiten bleibt oft wenig Platz für die Gefühle. Und genau die melden sich dann abends, wenn es ruhig wird. Das ist normal. Hier findest du ein paar Wege, mit Ängsten umzugehen.

Welche Ängste häufig vorkommen

Viele Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes beschreiben ähnliche Sorgen: Angst um das Baby, Angst vor der Geburt, Angst davor, etwas falsch zu machen. Sie verändern sich mit der Schwangerschaftswoche. Früh geht es oft darum, was die Diagnose bedeutet. Später steht oft die Geburt im Mittelpunkt. Nach der Diagnose können Sorgen und Ängste besonders stark sein, das ist bei vielen Frauen so und kein Zeichen von Schwäche.

Wie Angst und Blutzucker zusammenhängen

Starke Anspannung kann auch den Blutzucker beeinflussen. Das ist kein Grund, sich noch mehr Druck zu machen. Eher ist es eine Erinnerung daran, dass Ruhe zur Behandlung gehört, genau wie Ernährung und Bewegung. Ein ruhiger Spaziergang, ein warmes Bad oder ein Gespräch sind keine Nebensache.

Quelle (Gefühle und Blutzucker): diabinfo.de, „Gestationsdiabetes: Hintergrundinformationen für Fachkreise", https://www.diabinfo.de/fachkreise/grundlagen/gestationsdiabetes/hintergruende.html; Frauen mit Gestationsdiabetes zeigen häufiger Ängste und depressive Symptome, siehe Übersichtsarbeit „Associations between Gestational Diabetes and Anxiety or Depression: A Systematic Review", https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8337159/

Was vielen hilft

Die Angst konkret zu benennen, statt sie diffus im Hintergrund schwelen zu lassen, ist ein erster Schritt. Frag dich: Wovor genau habe ich Angst? Oft wird sie kleiner, wenn sie einen Namen hat. Es hilft auch, sie mit deiner diabetologischen Praxis, deiner Hebamme oder einer Vertrauensperson zu teilen. Ausgesprochene Ängste werden oft kleiner. Viele Fragen lassen sich außerdem klären und das nimmt oft schon viel Druck.

Jule, Gründerin von GlukomamaWas mir am meisten geholfen hat: aktiv Termine bei meiner Frauenärztin oder Hebamme zu holen, statt die Sorge einfach auszuhalten. Ich bin im Wechsel zu beiden gegangen und meine Hebamme hat auf Wunsch auch mal kurz mit dem Doppler nach dem Herzschlag gehört. Sobald ich die Bewegungen regelmäßig und kräftig gespürt habe, hat mich das jedes Mal beruhigt: die kleine Maus ist da und es ist alles in Ordnung. Für mich war außerdem wichtig zu verstehen, dass Blutzuckerwerte von Woche zu Woche schwanken dürfen, mal schlechter, mal besser, das ist normal. Nur bei wirklich extremen Ausschlägen würde ich das direkt abklären lassen. Eine wenig einfühlsame Bemerkung aus meinem Umfeld hat mir mal richtig Panik gemacht, auch das darf man einfach so benennen, wie es war: nicht hilfreich.

Kleine Wege zu mehr Ruhe

  • Atme ein paar Mal tief und langsam aus. Das beruhigt den Körper.
  • Plane bewusst Pausen ein, in denen du nichts leisten musst.
  • Bewege dich sanft, zum Beispiel bei einem Spaziergang.
  • Sprich über das, was dich beschäftigt, statt es allein zu tragen.
  • Begrenze die Suche nach Informationen im Netz. Mehr Lesen macht nicht immer ruhiger.

Wenn die Angst nachts kommt

Abends, wenn es still wird, kreisen die Gedanken oft besonders laut. Dann hilft es manchen Frauen, die Sorgen kurz aufzuschreiben, damit sie nicht im Kopf bleiben müssen. Du kannst dir sagen: Morgen schaue ich in Ruhe darauf. Auch ein warmer Tee, gedimmtes Licht oder eine ruhige Atemübung können den Körper beruhigen. Wenn dich eine Frage nicht loslässt, notiere sie für deinen nächsten Termin.

Angst ist ein Zeichen von Fürsorge

So unangenehm Angst ist, sie zeigt oft, wie wichtig dir dein Baby ist. Du darfst sie ernst nehmen, ohne ihr die Führung zu überlassen. Manche Frauen finden es hilfreich, die Angst wie einen Gast zu behandeln: Sie darf da sein und sich zeigen, aber sie bestimmt nicht, was du tust.

Wenn die Angst zu groß wird

Wenn Ängste über mehrere Wochen anhalten, deinen Schlaf stören oder dir die Freude an der Schwangerschaft nehmen, darfst du dir Hilfe holen. Deine Gynäkolog:in, Hebamme oder Praxis kann dich weitervermitteln. Mehr dazu findest du im Beitrag „Wann professionelle Hilfe hilft“.

Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.