
Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
Kurz zusammengefasst
- Hinter vielen Fachbegriffen steckt etwas ganz Alltägliches. Sie lassen sich in einfachen Worten erklären.
- Fehlt dir ein Begriff, frag einfach in deiner diabetologischen Praxis nach oder schreib uns über unser Kontaktformular.
- Welcher Begriff aus meinen Unterlagen ist mir noch unklar?
In den ersten Terminen hörst du viele Begriffe, die du vorher nie gebraucht hast. Das ist normal und du musst nicht alles sofort verstehen. Hier findest du die wichtigsten davon. Und nicht vergessen: Nachfragen ist immer erlaubt.
Diagnose und Messen
Gestationsdiabetes: Das Fachwort für Schwangerschaftsdiabetes. Eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmals in der Schwangerschaft festgestellt wird. Mehr dazu findest du im Artikel Was ist Schwangerschaftsdiabetes?.
oGTT: Der orale Glukosetoleranztest. Du trinkst eine Zuckerlösung und dein Blutzucker wird vorher und nachher gemessen. Damit wird die Diagnose gestellt. Mehr dazu findest du im Artikel Wie wird die Diagnose gestellt?.
Nüchternwert: Der Blutzuckerwert vor der ersten Mahlzeit des Tages, meist am Morgen gemessen.
Postprandial: Der Wert nach einer Mahlzeit, meist eine oder zwei Stunden nach Beginn des Essens gemessen.
HbA1c: Der Langzeitblutzucker. Er zeigt, wie dein Blutzucker im Durchschnitt über die letzten Wochen war. Er wird in der Praxis aus einer Blutprobe bestimmt.
mg/dl und mmol/l: Zwei Maßeinheiten für den Blutzucker. In Deutschland ist mg/dl üblicher, in manchen Geräten und Ländern steht mmol/l.
Quelle (Diagnose und Messung): AWMF-S3-Leitlinie „Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge", Registernummer 057-008, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-008
Ernährung
BE / KH: Broteinheiten bzw. Kohlenhydrate. Das sind Maßeinheiten dafür, wie viel Zucker ein Lebensmittel liefert.
Kohlenhydrate: Der Hauptbaustein deiner Energie, zum Beispiel in Brot, Nudeln, Obst und Kartoffeln. Sie werden bei Schwangerschaftsdiabetes nicht gestrichen, sondern klug ausgewählt und verteilt.
Spätmahlzeit: Eine kleine Mahlzeit am späten Abend, die in manchen Fällen empfohlen wird, damit der Körper in der Nacht gut versorgt ist.
Behandlung und Körper
Insulin: Das Hormon, das den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen bringt. Wenn Ernährung und Bewegung nicht reichen, kann es als Spritze oder Pen ergänzt werden.
Insulinresistenz: Die Zellen reagieren schwächer auf Insulin. In der Schwangerschaft verursachen Hormone der Plazenta diesen Effekt.
Plazenta: Der Mutterkuchen, der dein Baby versorgt und die Hormone bildet, die die Insulinwirkung abschwächen können.
Unterzuckerung: Ein zu niedriger Blutzucker, zum Beispiel unter Insulin. Er zeigt sich durch Zittern, Schwitzen oder Unruhe und lässt sich mit schnell wirkenden Kohlenhydraten ausgleichen.
Sensor (CGM): Ein kleines Gerät am Körper, das den Blutzucker dauerhaft misst und die Werte auf Handy oder Lesegerät zeigt.
Metformin: Ein Medikament in Tablettenform, das die Insulinwirkung verbessert. Bei Schwangerschaftsdiabetes ist es nicht zugelassen und wird nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt.
Off-Label-Use: Ein Medikament wird außerhalb seiner offiziellen Zulassung eingesetzt. Das ist erlaubt, wenn du vorher gut aufgeklärt wurdest.
Quelle (Behandlung): diabinfo.de, „Gestationsdiabetes: Hintergrundinformationen für Fachkreise", https://www.diabinfo.de/fachkreise/grundlagen/gestationsdiabetes/hintergruende.html
Baby, Geburt und danach
Makrosomie: Ein für das Gestationsalter überdurchschnittlich großes Baby. Deshalb wird das Wachstum am Ende der Schwangerschaft per Ultraschall genauer beobachtet.
Präeklampsie: Eine schwangerschaftsspezifische Bluthochdruck-Erkrankung, deren Risiko bei Schwangerschaftsdiabetes leicht erhöht sein kann.
Einleitung: Die Geburt wird mit medizinischer Unterstützung angestoßen, statt auf den natürlichen Beginn zu warten. Das ist ein Angebot und kein Muss.
Kolostrum: Die erste Muttermilch in den ersten Tagen nach der Geburt. Sie ist besonders gehaltvoll.
Wochenbett: Die Zeit nach der Geburt, in der sich dein Körper erholt und umstellt.
Betreuung
Diabetologische Praxis: Eine Arztpraxis, die auf Diabetes spezialisiert ist. Sie begleitet dich durch die Schwangerschaft und hilft dir, deine Blutzuckerwerte im Blick zu behalten.
Hebamme: Sie begleitet dich in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und kann dich bei Fragen zu Stillen, Bewegung und Gefühlen unterstützen.
Gynäkolog:in: Die Fachärzt:in für Schwangerschaft und Geburt. Sie macht die Vorsorge und den Ultraschall.
So behältst du den Überblick
Du musst dir keine Fachwörter merken. Schreib dir beim Termin auf, was du nicht verstanden hast und frag nach, bis es sich klar anfühlt. Viele Frauen führen dafür eine Notiz im Handy.
Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.