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Baby wird gestillt (Schwarz-Weiß-Foto)
Geburt & danach

Stillen mit Schwangerschafts­diabetes

4 Min. Lesezeit
Kurz zusammengefasst
  • Stillen wird bei Schwangerschaftsdiabetes ausdrücklich empfohlen.
  • Es senkt dein späteres Risiko für Typ-2-Diabetes um etwa 40 Prozent und kann das Auftreten um bis zu zehn Jahre hinauszögern.
  • Besonders stark ist der Schutz bei längerem Stillen, etwa ab drei Monaten.
  • Dein Blutzucker kann in den ersten Tagen schwanken. Das ist normal.
  • Der Zuckertest nach der Geburt bleibt wichtig, auch wenn du stillst.
Fragen für dein nächstes Gespräch
  • Wer unterstützt mich beim Stillen direkt nach der Geburt?
  • Was muss ich bei meinen Werten während des Stillens beachten?
  • Wann mache ich den Test nach der Geburt?

Stillen ist ein sehr persönliches Thema und es muss nicht jeder Frau leichtfallen. Wenn du stillen möchtest, gibt es gute Gründe, die für dich und dein Baby sprechen. Hier erfährst du, was bei Schwangerschaftsdiabetes dabei besonders ist.

Warum Stillen dir guttut

Frauen, die nach einem Schwangerschaftsdiabetes stillen, senken ihr Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um etwa 40 Prozent. Der Beginn einer möglichen Erkrankung kann sich um bis zu zehn Jahre nach hinten verschieben. Je länger du stillst, desto größer ist der Effekt. Als besonders günstig gilt eine Stillzeit von mehr als drei Monaten. Beim Stillen verbraucht dein Körper Energie, der Blutzucker liegt oft etwas niedriger und die Insulinproduktion wird unterstützt.

Quelle (Stillen): diabinfo.de, „Warum Stillen bei Diabetes wichtig ist", https://www.diabinfo.de/nachrichten/article/warum-stillen-bei-diabetes-wichtig-ist.html; Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), „Schwangerschaftsdiabetes: Stillen schützt Mutter langfristig vor Typ-2-Diabetes", https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/schwangerschaftsdiabetes-stillen-schutzt-mutter-langfristig-vor-typ-2-diabetes-risiko-sinkt-2713.php

Und für dein Baby

Muttermilch ist die ideale Nahrung für dein Baby und frühes Anlegen hilft auch gegen einen niedrigen Blutzucker nach der Geburt. Deshalb wird Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes empfohlen, schon in der Schwangerschaft über das Stillen zu sprechen und sich beraten zu lassen.

Jule, Gründerin von GlukomamaMir war wichtig, schon vor der Geburt Kolostrum zu sammeln und mit ins Krankenhaus zu nehmen, damit mein Baby es direkt danach bekommen konnte. Nach einem holprigen Stillstart bin ich froh, dass ich mein Baby stillen kann. Es ist aber vollkommen legitim, wenn du nicht stillen möchtest. Und wenn es bei dir nicht geklappt hat, sei nicht traurig: Du hast alles versucht! Den Zuckertest zur Kontrolle nach der Geburt hatte ich trotzdem, unabhängig vom Stillen.

Dein Blutzucker in der Stillzeit

In den ersten Tagen nach der Geburt kann dein Blutzucker schwanken, während sich dein Körper umstellt. Das ist normal. Beim Stillen kann er auch absinken. Wenn du Insulin hattest, wird es nach der Geburt in der Regel abgesetzt.

Ernährung beim Stillen

Beim Stillen brauchst du mehr Energie. Das bedeutet nicht, dass du jetzt alles essen musst oder darfst, sondern dass du regelmäßig und ausreichend essen solltest. Eine Mischung aus Vollkorn, Gemüse, Obst, Eiweiß und guten Fetten ist ein guter Ausgangspunkt. Bei Fragen hilft dir eine Stillberater:in oder deine Hebamme.

Kolostrum vor der Geburt

Manche Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes sammeln schon vor der Geburt die erste Vormilch, das Kolostrum. Es lässt sich in kleinen Spritzen auffangen und einfrieren. Ob und ab wann das für dich in Frage kommt, besprichst du vorher mit deiner Hebamme und deiner Gynäkolog:in. Für manche ist es ein beruhigender Gedanke, dass für das Baby etwas bereitliegt, wenn der Start nicht ganz einfach wird.

Wo du Unterstützung findest

Stillen ist eine Fähigkeit, die du und dein Baby gemeinsam lernen. Das braucht oft ein paar Tage oder Wochen. Du bekommst Hilfe bei Hebammen, bei Stillberater:innen und in vielen Kliniken schon direkt nach der Geburt. Scheue dich nicht, früh um Unterstützung zu bitten. Schmerzen, Unsicherheit oder das Gefühl, nicht genug Milch zu haben, sind häufige Fragen und lassen sich meist gut klären.

Entscheiden darfst nur du

Ob und wie lange du stillst, ist deine Entscheidung. Manche Frauen stillen kurz, manche lange, manche kombinieren Muttermilch und Pre-Nahrung. Alle diese Wege sind in Ordnung. Wichtig ist, dass du dich gut informiert fühlst und nicht unter Druck gesetzt wirst. Wenn du unsicher bist, kann ein Gespräch mit deiner Hebamme oder einer Stillberater:in schon in der Schwangerschaft viel Ruhe bringen.

Wenn Stillen nicht klappt

Manchmal klappt Stillen nicht, oder du entscheidest dich dagegen. Das ist in Ordnung und es sagt nichts über dich als Mutter. Auch dann sind die Kontrollen nach der Geburt und ein gesunder Alltag die wichtigsten Bausteine für deine Gesundheit.

Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.